Das Wichtigste in Kürze
- Innendämmung ist eine Alternative, wenn eine Außendämmung nicht möglich oder nicht erwünscht ist.
- Es gibt kapillaraktive Systeme und Aufbauten mit Dampfbremse – welches passt, hängt von der Wand ab.
- Voraussetzungen sind eine trockene, schlagregendichte Außenwand und luftdichte Anschlüsse.
- Wärmebrücken an einbindenden Decken und Wänden müssen in der Planung berücksichtigt werden.

Wann eine Innendämmung sinnvoll ist
- Die Fassade steht unter Denkmalschutz oder ist besonders erhaltenswert.
- Eine Außendämmung ist wegen Grenzabstand, Gestaltung oder Kosten nicht möglich.
- Es sollen nur einzelne Räume oder Wohnungen gedämmt werden.
- Räume werden nur zeitweise genutzt und sollen sich schnell aufheizen.
Die wichtigsten Systeme
Kapillaraktive Systeme – etwa Platten aus Kalziumsilikat, Holzfaser oder mineralischen Dämmstoffen – nehmen Feuchtigkeit auf und geben sie wieder an den Raum ab. Sie verzichten auf eine Dampfbremse und gelten im Altbau als fehlertolerant.
Dampfbremsende Systeme bestehen aus einer Unterkonstruktion mit Dämmung und einer raumseitigen, luftdicht verklebten Dampfbremse. Sie erreichen gute Dämmwerte, verlangen aber besonders sorgfältige Anschlüsse.
Feuchteschutz und Wärmebrücken
Durch die Innendämmung wird die Außenwand kälter. Gelangt warme, feuchte Raumluft hinter die Dämmung, kann sie dort kondensieren. Deshalb müssen Anschlüsse luftdicht sein, und die Wand muss vor Schlagregen geschützt sein. Den Feuchteschutz regelt DIN 4108-3; für Innendämmungen werden häufig hygrothermische Berechnungen nach DIN EN 15026 eingesetzt. Planungshilfen bieten die WTA-Merkblätter zur Innendämmung.
So gehen Sie vor
- Zustand der Fassade und der Wand prüfen lassen – Feuchteursachen zuerst beheben.
- Ein System wählen, das zur Wand passt – bei schwierigen Fällen mit Fachplaner.
- Anschlüsse an Fenster, Decken und Innenwände sorgfältig planen.
- Förderung vor Auftragsvergabe prüfen und den Antrag rechtzeitig stellen.
Quellen und weiterführende Informationen
- DIN 4108-3: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Klimabedingter Feuchteschutz
- DIN EN 15026: Wärme- und feuchtetechnisches Verhalten von Bauteilen – Bewertung der Feuchteübertragung durch numerische Simulation
- WTA-Merkblätter zur Innendämmung (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege)
- BAFA: Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts-, Planungs- oder Energieberatung im Einzelfall. Gesetze, Normen und Förderbedingungen können sich ändern; maßgeblich ist jeweils die aktuelle Fassung.



